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Selektion: Eine Lesermeinung

Umberto Eco lässt in „Der Name der Rose“ den Adson von Melk erzählen, was sich in einer reichen Abtei an den Hängen des Apennins im November 1327 zugetragen hat. In jener Zeit hatte der Papst Rom verlassen. Papst Johannes, der XXII, hatte sich den Interessen des französischen Königs unterworfen. Die deutschen Kurfürsten hatte zwei Kaiser gewählt. Die damalige Welt drohte aus den Fugen zu geraten.
Walther Stonet lässt in „SELEKTION“ den Lou erzählen was sich rund tausend Jahre später in einer Welt zutragen könnte, nachdem die Menschheit zumindest die Natur aus den Fugen gerissen hat und die weitere Existenz der Menschheit sehr unsicher geworden ist.
SELEKTION ist spannend geschrieben und zieht die Leserin/den Leser nach wenigen Seiten in seinen Bann. Der Erzähler Lou ist nicht frei von einer feinen Selbstironie. Bei Umberto Eco ist William von Baskerville der Held in der Geschichte. Bei Walther Stonet bleibt offen, ob es eine Heldin oder einen Helden geben wird. Insgesamt ist das Buch vergleichbar anregend geschrieben und machte mich auch nachdenklich. Gerade deshalb ist es aus meiner Sicht sehr lesenswert.
Franz Schmid, Reutlingen

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